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Donnerstag, 23. Februar 2012

Wie Gülle zum Sondermüll wird

FOCUS Online titelt: Schweinefleisch massenhaft mit Darmbakterien belastet
Das Ergebnis einer Stichprobe macht alles andere als Appetit auf Schweinefleisch aus dem Supermarkt: Jede vierte Portion enthält Keime, die gegen viele Antibiotika resistent sind. Die Gefahr geht von mutierten Darmbakterien aus.
  • Es finden sich Keime wie Escherichia coli, ESBL und MRSA - und zwar unabhängig vom Fleischverarbeiter, so FOCUS Online.
  • Der "Stern" berichtet, dass die Zahl der Menschen, die sich mit dem Bakterium infiziert haben, in den vergangenen fünf Jahren stark zugenommen hat.
  • Elisabeth Meyer, Fachärztin für Hygiene an der Berliner Charité, berichtete FOCUS Online, dass es viele Hinweise darauf gebe, dass der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung ein wesentlicher Faktor für diesen Anstieg ist. Die Mehrheit der Betroffenen infiziere sich nicht im Krankenhaus, sondern im alltäglichen Leben.
Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sieht die Lösung des Problems der Antibiotikaresistenz beim Menschen in der Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes beim "Nutztier". Deshalb solle im März ein verschärftes Arzneimittelgesetz beschlossen werden und ab Herbst gelten.

Was die Politik anscheinend nicht wahrhaben will, ist, dass es sich hierbei nicht nur um ein Problem des massenhaften Einsatzes von Antibiotika in Tierhaltungen mit hohen Besatzdichten handelt - was bereits für sich betrachtet zeigt, wie unangemessen und rücksichtslos wir mit unseren tierischen Mitgeschöpfen umgehen.

Das Problem: Massentierhaltung = enger Raum = kaum Bewegung = Stress = Krankheitsanfälligkeit = Antibiotika = Gülle wird zum Sondermüll

Traurige Fakten:
  • Das Baurecht entscheidet über den Bau von Massentierhaltungen.
  • Wirtschaftsinteressen haben Vorrang vor den Bedürfnissen der Tiere, Vorrang vor den Interessen der Menschen und Vorrang vor den Belangen der Umwelt.
  • Selbst wenn es in den nächsten Jahren zu einer Katastrophe mit tierischen und menschlichen Opfern aufgrund resistenter Erreger kommt, wird man sich wieder einmal auf die Symptombekämpfung konzentrieren.
  • Momentan werden bundesweit 900 Ställe geplant und gebaut.
  • Inzwischen gibt es bundesweit ca. 70 Bürgerinitiativen; die Anlieger fürchten den Gestank und Krankheiten wie Atemwegserkrankungen, Neurodermitis, Asthma, chronische Bronchitis durch Keime, Pilze, Kotpartikel, Federreste.
Verantwortlich für all das ist unser Konsumverhaltenverhalten!
Die Lösung liegt nicht bei der Politik, sondern bei uns Konsumenten!
Es ist höchste Zeit, umzudenken.

Die Existenz von Massentierhaltungen dürfte von niemandem toleriert werden - ob Vegetarier oder Fleischesser! Dennoch konsumiert die Mehrheit der Menschen Fleisch in dem Wissen um seine Herkunft. Samt den darin enthaltenen Histaminen, Purinen, Harnstoffen, Nitraten, Antibiotika und Architonsäuren.

Es folgt eine interessante Zusammenfassung zum Thema: Gesundheitsgefaehrdung durch Massentierhaltung
Günter Albert Ulmer (Günter Ulmer Verlag, Europapräsident des Alpenparlaments) im Gespräch mit Michael Vogt über das Verbrechen an Mensch und Tier durch die Massentierhaltung.

Wir haben durch die Massentierhaltung
  • eine immense Luftbelastung durch Ammoniak,
  • eine schwere Wasserbelastung durch Nitrat,
  • eine Bodenbelastung durch Nematoden und Nitrat,
  • verschiedene Keimbelastungen durch fäkale Keime,
  • schwere Antibiotikabelastungen mit der großen Gefahr der Antibiotikaresistenz,
  • weitere Gefahren wie Schweinepest, Kadaverentsorgung und Belastung der Infrastruktur.
In einer dreijährigen Studie hat die Universität Paderborn untersucht, ob Arzneimittelrückstände in der Gülle, die zur Düngung von Feldern verwendet wird,
von Nutzpflanzen aufgenommen werden und damit in die tierische und menschliche Nahrung gelangen kann.

Selbst nach acht Monaten wurden noch Antibiotikagehalte in den Wurzeln und Grünanteilen sowie im Korn des Winterweizens festgestellt.

Gülle enthält neben Ammoniak auch Methan, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoffgase, die ätzend auf Haut und Schleimhaut wirken. Die winzigen Teilchen der Feinstäube können die Barriere zwischen Lunge und Blutkreiskauf überwinden. Sie stehen im Verdacht, Entzündungen der Atemwege zu verursachen.

Es gilt zu bedenken, dass Gülle aus industriell betriebenen Schweinemastanlagen und anderen Massentierhaltungen hochgradig mit Hormonstoffen, Arzneimitteln, Antibiotika und Desinfektionsmitteln sowie mit Fäkal-Bakterien (z.B. Escherichia-coli), MRSA (Multi Resistente Staphylococcus Aureus) und antibiotikaresistente ESBL-Enzyme (Extended Spektrum Beta-Laktamasen) verseucht ist.

Sie müsste eigentlich als Sondermüll entsorgt werden. Bei stärkeren Niederschlägen kann diese Gülle Grundwasser zusätzlich mit Nitrat und Fäkal-Keimen belasten und die Umwelt verseuchen. Der in der Gülle enthaltene Ammoniumstickstoff wird durch Bodenorganismen in Nitrat umgewandelt. Bei geringer oder fehlender Aufnahme durch die Pflanzen gelangt Nitrat durch Auswaschung ins Grundwasser. Der Grenzwert von Nitrat ist 50 m/l. In Südoldenburg ist der Nitratgehalt durch die Massentierhaltung auf 253 m/l angestiegen. Das Wasser ist ungenießbar.

Wenn Schweine viel Kraftfutter bekommen, wird ihr Darmmilieu sauer und zum Nährboden für gefährliche Keime wie MRSA-Keime und ESBL-Enzyme. Die meisten Keime sind durch genetische Veränderungen antibiotikaresistent. Die ESBL-Enzyme können eine ganze Bakteriengruppe resistent gegenüber vielen Antibiotika machen. Sie weisen Enzyme auf, die den Beta-Laktam-Ring der Antibiotika zerstören, wodurch die Antibiotika wirkungslos werden. Infektionen kann dann nichts mehr entgegengesetzt werden.

Massentierhaltungen begünstigen ebenfalls die Krankheitsanfälligkeit der Tiere. Deshalb werden diese vorbeugend mit Antibiotika behandelt, welche sich auch als Beimischung im Viehfutter oder im Trinkwasser befinden können und teilweise illegal als Leistungsförderer eingesetzt werden.
  • In Deutschland werden im Veterinärbereich 784 Tonnen und im Humanbereich 380 Tonnen Antibiotika verkauft.
  • Tiere werden nicht selten mit Medikamenten vollgepumpt, um überhaupt bis zum Tag der Schlachtung am Leben zu bleiben.
Da Tiere die Medikamente nicht voll abbauen, befinden sich die Stoffe im Fleisch und können für den Menschen gesundheitsgefährdend wirken (z.B. Antibiotikaresistenz). So ist auch die Gülle aus Massenschweinezuchtanlagen Sondermüll und müsste als solcher entsorgt, nicht aber auf die Felder gebracht werden.

Verschärft wird das alles durch die Gentechnik. In Südamerika wachsen auf 41 Millionen Hektar Ackerland Sojapflanzen. Das ist mehr Fläche als Deutschland und Holland zusammen. Hier werden "grüne Wüsten" (große Monokulturflächen) geschaffen. Regenwald und Savannenfelder werden großflächig zerstört. Etwa 90 Prozent des angebauten Soja sind genetisch manipuliert. Der Großanbau von Mais und Soja fördert Schädlinge und somit den Einsatz von Pestiziden, wodurch auch Seen und Flüsse der Umgebung vergiftet werden können.
Die EU hat die Einfuhr von Gen-Mais und Gen-Soja ("nur" als Futtermittel?) in allen EU-Ländern genehmigt!

Außerdem hat Deutschland die Emissionshöchstwerte für Ammoniak bereits um sechs Prozent überschritten. Im Jahr 2000 wurden in Deutschland etwa 45 Millionen Schweine geschlachtet. 2011 waren es bereits 60 Millionen, obwohl die Zahl der Bevölkerung zurückging.
Es entspricht demnach nicht den Tatsachen, zu behaupten, neue Agrarfabriken seien notwendig.

Fazit: Die Massentiermast muss endgültig verboten werden, um Mensch, Tier, Luft, Boden und Wasser zu schützen.

Go VEGAN!

Donnerstag, 6. Oktober 2011

kaufDa Blogger-Aktion zum Weltspartag im Oktober

Weltspartag Spartipps

An den Weltspartag erinnere ich mich nur noch aus meiner Kindheit, gibts den denn immer noch? Ressourcen zu schonen ist lohnenswert da jeder etwas davon hat - deshalb mache ich bei der kaufDa Blogger-Aktion mit.
"Nach einer wissenschaftlichen Ausarbeitung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. zum Thema Lebensmittelkosten im Rahmen einer vollwertigen Ernährung, werden durchschnittlich 186 Euro pro Monat pro Person benötigt."
kaufDa präsentiert selbst einige, nicht ernst gemeinte Spartipps, für den täglichen Einkauf. Sparen kann man, indem man folgende Produkte nicht kauft, z.B.:
  • Kaffee Kopi Luwak, 500g kosten 500 EUR. Zibetzkatzen fressen liebend gern Kaffeebohnen und scheiden diese nahezu unverdaut aus bevor sie dann der Röstung zugeführt werden. Unter welchen Bedingungen werden die Zibetzkatzen eigentlich gehalten?
  • Milch aus dem Hause Nakazawa Foods, 900ml kosten 30 EUR. Für das bekömmliche Getränk werden die Kühe nur einmal pro Woche in der Morgendämmerung gemolken. Dadurch enthält die Premium-Kuhmilch das Vierfache des stressabbauenden Hormons Melatonin wie normale Milch. Wie gestresst ist denn eine Kuh in der Massentierhaltung und wie bekömmlich ihre Milch?
  • Edelblauschimmelkäse aus Schweden, 1kg kosten 500 EUR. Pikant und kräftig schmeckt der Edelblauschimmelkäse aus Schweden, der auf der wohl einzigen Elchfarm der Welt hergestellt wird. Die Milch der sich ungern melken lassenden Elchkühe geben dem Roquefort ein unnachahmliches Aroma. Vielleicht sind ja die Stresshormone der Elchkühe für das Aroma verantwortlich.
  • Hamburger des Restaurants Estik in Madrid, 1 Hamburger kostet 85 EUR. Feinstes Steak des Kobe-Rinds, Gänseleberpastete und schwarze Trüffel machen den Hamburger zu einem "Gaumenschmaus" jenseits des Massenkonsums. Aber immer noch diesseits von Tierleid.
Hier nun meine Spartipps:
  • Kauft Produkte ohne tierische Inhaltsstoffe. Damit verringert man seinen ökologishen Fußabdruck und erspart den Tieren vermeidbares Leid. Bei Nature's Food Naturkost in Hannover gibt es eine große Auswahl rein pflanzlicher, veganer Lebensmittel und Lifestyleartikel von denen Mensch, Tier und Umwelt profitieren.
  • Nutzt kaufDa. Es unterstützt den Konsum von Produkte in deiner Umgebung. Ein kaufDA Navigator-App gibts kostenlos fürs Smartphone. Dadurch spart man Zeit beim Suchen nach Angeboten und Spritkosten.
  • Bestellt euch den "Bitte Keine Werbung Aufkleber". Wer kennt das nicht? Der Briefkasten wird zugespamt mit Werbung von den Supermärkten und einmal wöchentlich mit einer kostenlosen Zeitung, in der wiederum Werbeprospekte stecken. Was also liegt näher als einen Spamfilter in Form eines Aufklebers mit der Aufschrift "Bitte keine Werbung" auf den eigenen Briefkasten zu kleben und sich im Internet (z.B. auf www.kaufDA.de) zu informieren. Den "Bitte Keine Werbung" Aufkleber kann man kostenlos und portofrei auf kaufDA bestellen. Damit schont man Umwelt und spart sich die Entsorgung des Altpapiers.
Sollte ich überraschenderweise die kaufDa Einkaufsflatrate gewinnen, kaufe ich Produkte, die für die tägliche Tierrechtsarbeit von Nutzen sind, Z.B. Leckereien für den "Veganen Weihnachtsmarkt" am 10. und 11.12. in Hannover.

Dienstag, 30. August 2011

Das System Wiesenhof - ARD-exclusiv

  • ARD-exclusiv - Die Sendung gibt es in der ARD am Mittwoch, den 31.08.11 um 21:45 Uhr: Das System Wiesenhof
"Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und die Umwelt ausbeutet
Film von Monika Anthes und Edgar Verheyen
Wenn es um Geflügel geht, denken die meisten an Wiesenhof. Dank der Werbung ist die Marke in ganz Deutschland bekannt. Der Konzern hinter Wiesenhof, die PHW-Gruppe, ist Marktführer, produziert mehr als 270 Millionen Hühner pro Jahr. Woche für Woche werden etwa 4,5 Millionen Hähnchen geschlachtet. Das Versprechen: „Wiesenhof setzt seit jeher besondere Maßstäbe in punkto Qualität, Sicherheit und Transparenz."
Top Qualität also zu einem günstigen Preis? Oder sieht die Wahrheit dahinter anders aus? Tierschützer kritisieren die Haltungsbedingungen, werfen dem Konzern Tierquälerei vor.
...Die ARD-Reporter Monika Anthes und Edgar Verheyen haben sich über Wochen mit dem Konzern befasst. Sie sprachen mit Landwirten, die für Wiesenhof gearbeitet haben, und Billigarbeitern, aber auch mit Veterinären, Vertretern von Bürgerinitiativen und dem Konzern selbst. Ihre Fragestellung: Funktioniert das System Wiesenhof nur, weil der Konzern Umwelt, Tiere und Menschen ausbeutet?"

Donnerstag, 14. Juli 2011

Wieviel Fleisch verträgt die Welt?



Aus der Sendung NanoSpezial: "Wie viel Fleisch verträgt die Welt?" vom 10. März 2011.

Freitag, 3. September 2010

VISIONEN 2021 - Für ein innovatives Niedersachsen

Herausgeber:
Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
Ministerin: Astrid Grotelüschen
Calenberger Straße 2
30169 Hannover
Telefon: 0511 120 - 0
Telefax: 0511 120 - 2385
E-Mail: poststelle@ml.niedersachsen.de
Internet: www.ml.niedersachsen.de
Stand: Hannover, Dezember 2008


"Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen" befand einmal ein bekannter deutscher Politiker. Wir sind dem nicht ganz gefolgt, aber wir haben uns schon zu "Sprechstunden" getroffen, um einmal gemeinsam etwas Spökenkiekerei (Norddeutsch, ironisch für "Hellseherei") zu betreiben.

Wie geht es weiter bei uns im Ministerium? Was wollen wir mit unserer Arbeit erreichen, wo soll und wo wird es hingehen? Im Jahr 2021 begeht unser Bundesland Niedersachsen seinen 75. Geburtstag. Wie sieht es dann aus in der Welt, in Europa, in Deutschland - was bringt die Zukunft?

Situationsbeschreibung/Trend
Die Fleischwarenindustrie erzielte im Jahr 2005 mit 6,5 Mrd. Euro fast 30% der Gesamtumsätze der Ernährungswirtschaft, gefolgt von der Milchverarbeitung mit 2,5 Mrd. Euro (11%). Wichtigste Exportprodukte sind Fleisch und Fleischwaren, Milch und Milcherzeugnisse sowie Kartoffeln und Kartoffelerzeugnisse.

Die veränderten Konsumgewohnheiten in Entwicklungs und Schwellenländern begünstigen Exporte der niedersächsischen Ernährungsindustrie. Zur ausreichenden Versorgung der Weltbevölkerung werden nach Aussagen der FAO bis 2030 etwa 55% mehr Nahrungsmittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Überlagert wird dies durch den Klimawandel mit voraussichtlich negativen Folgen für die weltweit landwirtschaftlich nutzbare Fläche. Aller Voraussicht nach wird sich der Klimawandel weiter beschleunigen und die Erwärmung im 21. Jahrhundert mindestens doppelt so schnell verlaufen wie im vergangenen Jahrhundert.

Für Niedersachsen ist die Tierhaltung aufgrund der hohen Nutztierzahl ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Erhaltung der Tiergesundheit in allen Haltungsbereichen und die Schaffung von Voraussetzungen für eine effektive Seuchenbekämpfung sind vorrangige Ziele im Sinne des Verbraucherschutzes. Durch die Kombination von neuer Diagnostik und Impfung soll eine Möglichkeit geschaffen werden, zumindest im begrenzten Umfang auf die totale Bestandsräumung in Seuchengebieten zu verzichten und gesunde Tiere vermarkten zu können.

Tierschutz ist seit langem in der niedersächsischen Verfassung verankert und seit dem Jahr 2002 Staatszielbestimmung der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft stellt zu Recht zunehmend Anforderungen an einen ethisch verantwortbaren Umgang mit Tieren. Die Haltungsbedingungen landwirtschaftlicher Nutztiere sind neben dem Transport und der Schlachtung von Tieren hier zentrales Interesse.

Die Konzentration bei den Schlachtbetrieben und der Lebensmittelverarbeitung aus Gründen der Ökonomie und steigender Hygieneanforderungen sowie ein globaler Warenaustausch werden zu einer Intensivierung der Tiertransporte von Schlachttieren mit der Konsequenz längerer Transportzeiten führen.

Ausgangssituation in Niedersachsen
Ein Fünftel der in Deutschland ermolkenen Milch stammt aus Niedersachsen. Jedes 5. Rind, jedes 3. Schwein und die Hälfte der Hähnchen und Puten stehen in heimischen Ställen. Damit ist Niedersachsen bundesweit der bedeutendste Standort in der Tierhaltung und eine international bedeutende Agrarexportregion für tierische Produkte.

Bevölkerungsentwicklung, Kaufkraftentwicklung und Änderungen der Verzehrsgewohnheiten führen weltweit zu einem veränderten Milch- und Fleischkonsum. Die Nachfrage wächst, wenn auch unterschiedlich stark. Industriestaaten haben bereits einen hohen Milch- und Fleischverbrauch, der kaum Steigerungen erwarten lässt, während von den so genannten Schwellenländern, auch Russland, den jüngsten EU-Beitrittsländern und großen Teilen Asiens erhebliche Steigerungen zu erwarten sind.

VISIONEN 2021
Weltweit ist Geflügelfleisch stark nachgefragt.

Für die Produktionsausweitung werden vor allem Sojabohnen und Mais benötigt. Rindfleisch und Milch werden wichtiger, weil auch hier mit Futter gearbeitet wird, welches nicht in direkter Konkurrenz zur menschlichen Ernährung steht. Umwelt- und Tierschutz werden in der modernen Tierhaltung Niedersachsens groß geschrieben. Die Wettbewerbsfähigkeit spielt eine zentrale Rolle für den Absatz im In- und Ausland. Die Position Niedersachsens als bedeutender Milchproduktions- und Veredelungsstandort in Europa ist weiterhin stärker geworden. Auch der niedersächsische Verarbeitungssektor für tierische Produkte ist weiter gewachsen.

Die Grüne Gentechnik ist Teil der Optimierungsstrategie im Pflanzenbau um den steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln, Futtermitteln und nachwachsenden Rohstoffen zu decken. Ihre Anwendung trägt den Bedenken der Öffentlichkeit hinsichtlich Sicherheit, Kennzeichnung und Transparenz Rechnung.
Quelle: http://www.ml.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=1322&article_id=5030&_psmand=7


Vegaversum fasst die (HORROR)VISIONEN 2021 in Bezug auf Tierproduktion kurz zusammen:

Bevölkerungswachstum, steigender Konsum von tierischen Produkten = steigender Bedarf an Futtermitteln. Klimawandel und Anbau von Energiepflanzen führen zu einer Verknappung der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche für den Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln für die Menschen.

Dem begegnet das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, indem es auf die Optimierung der Fleischproduktion setzt:
  • Gentechnik als Teil der Optimierungsstrategie im Pflanzenbau
  • Tierimpfungen zur Optimierung von Ställen mit hohen Besatzdichten
  • Effektive Seuchenbekämpfung um gesunde Tiere vermarkten zu können
  • Zentralisierung von Schlachtbetrieben (Gigaschlachtanlagen)
  • Intensivierung von Tiertransporten
Der Fleischkonsum zählt zu den elementarsten Umweltbelastungen. Die stete Forderung an den Boden, immer größere Mengen an Futter für unsere Nutztiere zu liefern, ist eine gigantische Verschwendung von Ressourcen. Grundsätzlich ist der Aufwand zur Produktion tierischer Nahrungsmittel (verlängerte Nahrungskette) um ein Vielfaches höher als die Produktion pflanzlicher Lebensmittel. Dies gilt für den Flächenbedarf, den Energieeinsatz und den Wasserverbrauch.

Vegaversum kann den VISIONEN 2021 des Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung hinsichtlich Tierethik, Verbraucherschutz und Naturschuzt nicht folgen, überwiegen doch die negativen Auswirkungen des Fleischkonsums auf Tiere, Menschen und Umwelt.

Zitat Eugen Drevermann: "Gedanken, die keine Gefühlsbegleitung mehr haben, sind der Wahnsinn."
Zitat Helmut Schmidt: "Wer VISIONEN hat, sollte zum Arzt gehen."

Freitag, 16. Juli 2010

Daybreakers - Vampire gegen Massen-Mensch-Haltung

Jeder hat sich sicher schon mal vorgestellt, dass es die Menschen mehr als alles andere aufrütteln würde, wenn man einmal einen Film machte, in dem sich das, was die Menschen zur Bedürfnisbefriedigung mit unterlegenen Spezies tun, in einem Film umkehrt.

Dieser Film zeigt interessante Parallelen zur Massentierhaltung, Lebensmittelknappheit und den Folgen der steigenden Nachfrage nach tierischen Produkten:

Die Handlung spielt im Jahr 2017, in dem die Menscheit durch eine Seuche fast komplett zu Vampiren mutiert ist. Das allmähliche Verschwinden der Menschheit macht es der dominanten Rasse der Vampire jedoch auf lange Sicht unmöglich, ihre lebensnotwendige Ressource Blut zu erhalten. Menschen werden wie Tiere in sogenannten Farmen gezüchtet, um den Fortbestand der Vampire zu garantieren.

Obwohl es inzwischen einen Ersatzstoff gibt, wollen die vampirischen Bürger doch nicht auf den Genuss ECHTEN Menschenblutes verzichten. Die Firma, die den Ersatzstoff herstellt, handelt ausschließlich skrupellos und profitorientiert.

Eine kleine, verschwörerische Gruppe von Vampiren schließt sich allerdings zu einer Vereinigung zusammen, die um den Erhalt der menschlichen Rasse kämpft.
Ein Vampir, der nicht das Leid anderer Lebewesen in Kauf nimmt, um seine eigenen Triebe zu befriedigen, wäre im übertragenen Sinne auf unsere Gesellschaft ein Veganer.

Stellt sich die Frage, wie lange noch die Menschheit bei steigender Bevölkerungszahl und weltweit steigender Nachfrage nach tierischen Produkten fortbestehen kann.

http://www.moviepilot.de/news/daybreakers-vampire-gegen-massen-mensch-haltung-2-104553

Freitag, 18. Juni 2010

Fleisch Verherrlichung

[m]eatery „Gut Ding will Weile haben…“ (Fotografiert im Foyer des Restaurants)
"Seit Oktober 2009 schürt das high end Steakhouse die Lust des Fleisches auf Fleisch. Auf den Teller kommen die zartesten Rücken der Welt: Rinder, die in Argentinien, den USA, und in Husum auf saftigen Weiden aufgewachsen sind und selbst nur mit dem Besten gefüttert wurden. Würzige Salzgräser und die frische, jodhaltige Nordsee-Luft sind die Grundlage für eine gesunde und kontrollierte Aufzucht der robusten Rasse Rotbunter. Nach alter traditioneller Handwerkskunst wird das Fleisch des Husumer Rindes am Knochen in einer gläsernen dry-aged box für mindestens 30 Tage bei 95% Luftfeuchtigkeit und 2° Celsius auf den Punkt gereift. Beim dry-aging wird das Muskeleiweiß durch fleischeigene Enzyme zersetzt, so dass das Fleisch am Ende noch schmackhafter und zarter wird."

Ganzes Ferkel zum Grillen

Rechtzeitig zur Grillsaison hat ein Discounter mal wieder ein ganzes Ferkel im Angebot. Vielleicht trägt das "ganze Ferkel" dazu bei, dass sich einige der Konsumenten darüber Gedanken machen. Hier kann nicht mehr übersehen werden, dass es sich um Wesen handelt, die gelebt haben. Bei einer Wurstscheibe scheint die Verbindung zu ihrem Ursprung nicht mehr hergestellt zu werden - das Verdrängen fällt leichter.

Die Fleisch Flatrate im Rodizio
"Serviert werden Ihnen bis zu 10 verschiedene Fleischsorten vom Putensteak bis zum Rumpsteak am Spieß. Diese werden am offenen Grill zubereitet und direkt am Tisch von den "Cortadores" vom Spieß geschnitten. Essen so viel Sie mögen..."

Von sowas - und nichts anderem - träumt die Welt bei einem Feste.
Es ist eben das tote Tier zum Feiern doch das Beste.

Montag, 29. März 2010

Konsum Marionetten

Neben der Befriedigung unserer Grundbedürfnisse sucht die Mehrheit der Menschen nach Erfüllung materieller Wünsche. Das Kaufen immer neuer, besserer Produkte ist zur Gewohnheit, zu einem Grundbedürfnis und vorherrschenden Lebenssinn geworden. Ein erfülltes Leben wird oft gleichgesetzt mit dem Konsum von Genussmitteln sowie der Verfügbarkeit und Nutzung von Gegenständen und Besitztümern, die wir nicht wirklich brauchen.

Das Mittel zum Lebenszweck, dem Konsumismus, ist die Erwerbstätigkeit. Wir sind zu Angestellten eines auf Profit und Wachstum ausgerichteten Systems geworden. Dieses System bedient sich der Werbeindustrie um Konsumsklaven heranzuzüchten. Folglich fördert die Beschäftigung in einem solchen Ausbeutungssystem nicht die Erziehung von freien und souveränen Bürgern. Stattdessen suchen wir unser Heil in grenzenlosem Konsum. Der vom Konsumsystem geförderte Egoismus lässt uns eine "Nach mir die Sintflut" Haltung einnehmen. Blind für die Folgen unseres Handelns verlangen wir, verwöhnten Kindern gleich, nach den beworbenen Produkten.

Jenseits von Einsicht, Vernunft und Verantwortung führt uns der Konsumismus in eine kollektive Infantilisierung. Wir sind zu Marionetten geworden, die ihrer Arbeit nachgehen, um sich anschließend eine Menge oft nutzloser Konsumgüter zu kaufen, die uns nur kurzfristig Befriedigung verschaffen.

Ein Ausstieg aus der vom Konsumsystem geschaffenen Unmündigkeit und Abhängigkeit bedarf einer Befreiungsstrategie und der eigenen Aktionsbereitschaft.

Es geht hierbei nicht um eine "Alles oder nichts" Haltung. Im Rahmen der eigenen Möglichkeiten kann jeder seinen persönlichen Beitrag für die eigene Unabhängigkeit leisten. Erst wenn wir anfangen, den Status quo zu verändern, werden wir erkennen, wieviel Lebenssinn sich uns auch (oder gerade) jenseits kurzweiliger materieller Güter bietet.

Verantwortungsbewusstes Konsumverhalten, welches nicht zu Lasten von Mensch, Tier und Umwelt geht, wird das System zum Wohle aller verändern.



http://www.konsumismus.com/DOWNLOADS.htm

Bericht Attac Konsumkritische Stadtführung in Augsburg